Samstag, 6. März 2010

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Samstag, 18:24Uhr.
Es sind nun mehr als 6 Monate vergangen. Ich sitze alleine in diesem dunklen Raum, bin blass, meine Haare fettig, meine Augen rot, das T-Shirt immer wieder getragen und getragen. Es sind mittlerweile nur noch dumpfe Erinnerungen, nur noch kontrastarme Bilder, zerstreute Gedanken und Gefühle. “Gibt es diesen Ort wirklich, oder spielt mir mein Gehirn einen Streich?” Frage ich mich nun immer lauter. Seit Wochen war ich nicht mehr im Outback -so habe ich die Welt draußen benannt- um frische Luft zu atmen oder jemanden zu treffen, der mir helfen kann. Hoffnung ist das wichtigste was einem Menschen bleibt, wenn ihm alles genommen wurde wofür er je gelebt hat. Hoffnung stirbt zuletzt. Falsch! Hoffnung ist ein Zeichen von Dummheit, die traumhafte Einbildung von etwas was nicht existiert und nicht durch Gedanken sondern durch Handeln erzeugt wird.
Mit der Zeit bildeten sich einzelne Gruppen, die nun Kriege führen wegen einer Sache die den Leuten gutes wollte, gutes tat. Auf der westlichen Seite von Schüttorf leben die Punks, ein dreckiger Haufen von Dieben und Einbrechern, die für ein Stück Brot Atzenmusik hören würden. Auf der südlichen Seite finden sich die Rocker, langhaarige tätowierte Männer und Frauen mit nur einem Gedanken im Kopf: Gewalt! Im Bentheimer Wald sind die Volksmusiker, dicke und gutgelaunte Menschen mit 2 Gesichtern, die dir für ein gefesseltes Publikum die Augen ausstechen würden. Wir leben hier, gut verschanzt und ein Paar Kilometer von Schüttorf entfernt in einem Waffendepot im nördlichen Suddendorf. Ich spreche in der Mehrzahl, weil ich bis vor ein Paar Tagen nicht alleine war. Mein mit der Zeit zum Kumpel gewordene Partner Fat Joe war ins Outback gegangen um was essbares zu besorgen und kam nicht wieder.
Hatten ihn die Punks gefressen oder wurde er von einer wilden Horde von HipHopern erschossen, die sich überall dort rum trieben wo essbares zu finden war? Ich weiß es nicht! Aber so viel ist klar: Wenn er in den nächsten Tagen nicht wieder kommt, werde ich verhungern!
Ich weiß noch wie damals alle sagten “Das ist doch langweilig, nur Kinder” und zu Hause blieben um zu pokern oder zu schlafen. Was würde ich jetzt nur für ein Bett tun, endlich Mal ein Paar Stunden durchschlafen ohne geweckt zu werden von der eigenen Angst, die wie ein defekter Wecker immer wieder den Schlaf unterbricht. Die meiste Angst habe ich vor den Kizs, verrückt gewordene Jugendliche, die vor nichts halt machen, durch die Gegend tanzen, Fotos mit dem Handy in der Hand vor Spiegeln machen und Menschen töten. Ich nenne das Disco Pogo!
Vor einigen Jahre wäre noch.,dfj fhasjhf WAS WAR DAS?? IRGENDWAS IST DA DOCH!!
(10 Minuten später)
Es war ein Baby-Kizs was sich bei uns im Garten verirrt hatte und an einem Knochen nagte. Ich bin gerade raus um zu sehen was ich da gehört hatte und merkte wie ich dem winselden etwas näher kam. Es ist seit diesem Tag vor 6 Monaten nur noch dunkel im Outback, die Luft ist dreckig, die Geräuschkulisse unheimlich. Das Licht was meine Taschenlampe wirft ist auch nicht das größte und ich muss dadurch sehr vorsichtig sein wenn ich raus gehe. Ich kam dem Geräusch also immer näher und sah zu erst nur die dreckigen nackten Füße von diesem Ding was leise murmelte und weinte. Ich richtete mein Gewehr - was ich vor ein einigen Wochen einem toten HipHoper entnahm - auf dieses Wesen und kam näher. Es hatte mich noch gar nicht richtig erkannt, da jagte ich ihm eine Kugel in den Kopf und zur Sicherheit noch eine ins Herz. Das mal weiße T-Shirt lief rot an, die Aufschrift “Guter Sex ist, wenn selbst die Nachbarn danach eine Rauchen „ verschwand langsam. Dreckiges Mistvieh!
Ich werde nun weiter hier warten und das vor fast 200 Tagen geschehene verfluchen. Du fehlst mir Index…

Smart Krietiv, 21 Jahre, einst ein feiernder Jugendlicher mit dem Traum reich zu werden.